{"id":31,"date":"2009-07-10T22:12:34","date_gmt":"2009-07-10T21:12:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rabe-buero.de\/Wordpress\/?p=31"},"modified":"2015-03-13T16:34:54","modified_gmt":"2015-03-13T15:34:54","slug":"fortpflanzugskontrolle-durch-sterilisation-wildlebender-kater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.rabe-buero.de\/Wordpress\/fortpflanzugskontrolle-durch-sterilisation-wildlebender-kater\/","title":{"rendered":"Fortpflanzungskontrolle durch Sterilisation von Katern?"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder kommt jemand auf die Idee, die Vermehrung wildlebender Hauskatzen durch die Sterilisation von Katern zu verringern. Der Ansatz erscheint verlockend: Wenn man die eingefangenen Kater, wie im Tierschutz \u00fcblich, kastriert, werden sie von potenten Katern nicht mehr als Kater erkannt. Die Tiere stellen die Revierverteidigung gegen\u00fcber anderen, unkastrierten Katern ein, es wandern fremde Kater ins Gebiet ein und sorgen weiterhin f\u00fcr Nachwuchs. Tats\u00e4chlich tr\u00e4gt die Kastration von Katern zur Reproduktionskontrolle einer Katzenpopulation \u00fcberhaupt nichts bei. <!--more-->Man erwischt nie alle Kater, und die unkastrierten decken weiterhin alle unkastrierten Katzen. 2-3 potente Kater sind in der Regel die V\u00e4ter aller in einem Jahr geborenen Jungtiere von 10-15 Weibchen. Wenn mehr unkastrierte Kater im Gebiet leben, decken nicht alle. W\u00fcrde man diese Deckkater sterilisieren, so denkt man, w\u00fcrden sie ihr Revier weiter verteidigen, fremde Kater fernhalten und die Katzen decken. Da sie ja nicht zeugungsf\u00e4hig sind, g\u00e4be es auch keine K\u00e4tzchen, und man k\u00f6nnte ohne gro\u00dfen Aufwand viele Weibchen aus der Reproduktion nehmen.<br \/>\nAber so einfach ist das nicht. Das Verhalten von Katzen (und anderen Tieren) ist zu kompliziert f\u00fcr einfache Ans\u00e4tze. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Wird eine rollige Katze von einem sterilisierten Kater gedeckt, wird sie anschlie\u00dfend ein paar Tage oder Wochen scheintr\u00e4chtig, und danach wird sie wieder rollig. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie dieses Mal von einem anderen Kater gedeckt wird (wie gesagt, alle Kater erwischt man nie), dann wird sie ganz normal tr\u00e4chtig und zieht die Jungen dieses Jahres etwas sp\u00e4ter auf. Wenn es gleich beim ersten Kater klappt hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr Jungtiere. (Wildlebende Katzen haben normalerweise nur einen Wurf pro Jahr, es sei denn, die Jungen werden fr\u00fchzeitig weggenommen oder sterben.) Die Revierverteidigung von Katern ist niemals vollst\u00e4ndig, es sind immer mehrere reproduzierende Kater da. Au\u00dferdem wechseln in der Regel die Deckkater eines Gebietes j\u00e4hrlich, da unkastrierte Kater eine hohe Sterblichkeitsrate haben und h\u00e4ufig von einem Gebiet in ein anderes abwandern. Man m\u00fcsste also st\u00e4ndig neue Kater nach-sterilisieren, um den gew\u00fcnschten Effekt in einem Gebiet zu erhalten (falls man ihn jemals erreicht).<\/p>\n<p>Medizinisch ist die Sterilisation von Katern relativ kompliziert und damit teuer, die Kastration dagegen einfach. F\u00fcr weibliche Katzen sind h\u00e4ufige Scheintr\u00e4chtigkeiten wahrscheinlich sch\u00e4dlich, von Wohnungskatzen wei\u00df man, dass h\u00e4ufig scheintr\u00e4chtige Tiere zu Tumoren und Zysten der weiblichen Geschlechtsorgane neigen.<\/p>\n<p>Fazit: Der Aufwand, Kater zu sterilisieren, lohnt sich nicht. Die Reproduktionskontrolle wildlebender Katzen sollte sich auf die Kastration von Weibchen konzentrieren. Die Kastration oder Sterilisation von Katern ist dagegen wenig effektiv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder kommt jemand auf die Idee, die Vermehrung wildlebender Hauskatzen durch die Sterilisation von Katern zu verringern. Der Ansatz erscheint verlockend: Wenn man die eingefangenen Kater, wie im Tierschutz \u00fcblich, kastriert, werden sie von potenten Katern nicht mehr als Kater erkannt. 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